Industriehanf

Was ist Industriehanf?

Hanf bzw. Cannabis wird bereits seit über 12.000 kultiviert und gilt somit als eine der ältesten Kulturpflanzen weltweit. In der Regel spricht man bei Industriehanf von der Pflanzengattung „Cannabis sativa L“. Fasst jeder Teil der Pflanze kommt in einer oder in mehreren Industrien zum Einsatz. So werden neben den Fasern und Samen der Pflanze auch die Blätter, die Blüten und das Öl zu beispielsweise Medizin verarbeitet. Der medizinische Nutzen der Hanfpflanzen wurde bereits vor 5.000 Jahren von dem chinesischen Kaiser und Herbalist Chen-Nung dokumentiert. Er verfasste zu Lebzeiten eine Pharmakopöe, in der er unter anderem die therapeutische Wirkung von Cannabis bei Malaria, Schmerzen, Frauenleiden und anderen gesundheitlichen Problemen erwähnt. Hierbei beschreibt er neben der topischen Anwendung von Cannabis bei Entzündungen an der Haut auch den Einsatz von alkoholischen Tinkturen, die man oral als Analgetikum einnahm. Hildegard von Bingen (1098-1179) war eine weitere Herbalistin, die sich über den medizinischen Nutzen von Hanf bewusst war.

Die Hanfpflanze enthält mehr als 750 unterschiedliche Substanzen. Die Pflanzengattung „Cannabis sativa“ enthält ca. 80 bis 100 Cannabinoide, die in keiner anderen Hanfvariante vorkommen. Darüber hinaus verfügt die Hanfpflanze auch über Terpene, Sesquiterpene, nicht-canabinoidartige Phenole und Flavonoide. Cannabis bzw. Marihuana hat für gewöhnlich einen recht hohen THC-Gehalt (ca. 10 bis 25%). Industriehanf, welcher innerhalb der EU zur Gewinnung von CBD angebaut wird, verfügt hingegen fast ausschließlich über Cannabidiol und enthält nur unbedeutende THC-Spuren. Gemäß der „Good Agricultural Practice“ sollte Industriehanf keine Pestizide oder ähnliche Rückstände vorweisen.