Was ist Nutzhanf?

Hanf gilt weltweit als eine der ältesten Kulturpflanzen. Bei Haschisch und Marihuana handelt es sich um Bestandteile der Hanfpflanze, die man mit unterschiedlichen Verfahren gewinnen kann. Der Begriff „Marihuana“ steht hierbei spezifisch für die harzhaltigen, getrockneten Blüten der weiblichen Hanfpflanze und deren kleine Blätter. Von Haschisch spricht man erst, wenn das Harz aus den verarbeiteten Pflanzenteilen zu einer dichten Masse zusammengepresst wird.

Hanf wurde schon vor ca. 12000 Jahren in Zentralasien als Getreide angebaut. Zu dieser Zeit wurde die Hanfernte sowohl zur Ernährung als auch Herstellung von Stoffen und Papier verwendet. Hanf galt früher als so eine wertvoll, dass die alten Römer sogar Kriege geführt haben, nur um die Pflanze in ihren Besitz zu bringen. Nachdem europäische Reisende erstmals im 13. Jahrhundert in Zentralasien auf Hanf stießen, begann man in Europa kurze Zeit später mit der Hanfkultivierung. In Europa war Hanf jedoch primär wegen seiner heilenden Eigenschaften beliebt. So versorgte man beispielsweise Kriegswunden mit Cannabisblättern. Hanf wurde zu dieser Zeit aber auch bei der Behandlung von geistigen und körperlichen Leiden eingesetzt.

Hanf war zu dieser Zeit also eine sehr populäre Nutzpflanze. Tatsächlich wurde die erste Bibel von Guttenberg im Jahr 1455 auf Hanfpapier gedruckt. Kolumbus nutzen hingegen Stoff aus Hanf für das Segeltuch und die Taue seines Schiffes. Und sogar die ersten Entwürfe der US-amerikanischen Verfassung wurden auf Hanfpapier festgehalten. Der Vormarsch der Nutzpflanze Hanf nahm jedoch zu Beginn des 18. Jahrhunderts vorerst sein Ende. Ausschlaggebend für diesen Niedergang war die Einführung der Baumwollmaschine. Diese Maschine ermöglichte die kostengünstige Herstellung von Naturfasern aus Baumwolle. Zu dieser Zeit musste Hanf noch per Hand geerntet werden. Nutzhanf verlor deshalb in den folgenden Jahren zunehmend an Relevanz.